Mittwoch, 28 Juni 2017

Der Vereinsring Gimsbach
 

Die Gimsbacher Kerwe wird seit 1747 gefeiert.In der Gaststätte "Zur Linde", die unter dem Familienname "Neu" erbfolgebedingt mehrere Besitzer hatte, wurde in einem der größten und schönsten Tanzsääle im Glantal von dem letzten Gastwirt Otto Neu bis 1974 die Kerwe veranstaltet, bevor er aus Altersgründen den Gastbetrieb einstellte.

Damit schien für die Gimsbacher ihre beliebte Kerwetradition beendet. Es gab keinen Treffpunkt mehr, an dem sich Jung und Alt am Wochenende zu einem Umtrunk, zu einer geselligen Runde oder zu einem zünftigen Schafkopfspiel zusammen finden konnten. Der Männergesangverein, der bis dahin bei Otto Neu seine Singstunden abhielt, zog sich zu seinen Gesangsproben in das ehemalige Schulhaus zurück. Es wurde nun plötzlich ruhig im Ort.


Bild aus der Festschrift zur 675 Jahrfeier des Dorfes Gimsbach  u. 250 Jahre Kirche

Beim Heraustanzen der Brezel um 1950

Walter Schlößer, der damalige Feuerwehrkommandant, ergriff 1978 die Initiative, wenigstens am Kerwesonntag wieder eine kleine Kerwefeier zu veranstalten, damit die unterbrochene Tradition nicht ganz verloren gehen sollte. Dank des beispielhaften Dorfgemeinschaftsgeistes  gelang es ihm mit Mut und Glück an einem Ausweichsort die Kerwe wieder aufleben zu lassen. In Eigenleistung der Feuerwehrleute wurde ein Zeltanbau an das Spritzenhaus errichtet. Da der damalige Kerwetermin noch der zweite Sonntag im Oktober war, mußte auch ein Heißluftgerät beschafft werden. Was fehlte, waren nur noch Kerwegäste.- und die kamen tatsächlich zu Hauf.

Nach diesem Erfolg wurde beschlossen, die Kerweveranstaltungen fortzuführen. Die Kuseler Brauerei Emrich stellte ein Zelt zur Verfügung und der Kerwetermin wurde unter Mitwirkung von Gemeinderat und Verbandsgemeindeverwaltung vom Oktober auf das letzte Wochenende im Juni verlegt.

Im darauffolgenden Jahr ging es mit vereinten Kräften zur Sache. Das Spritzenhaus, mit dem kleinen Zeltanbau und das Bierzelt bildeten den neuen Veranstaltungsraum. Erstmals wurde die Gimsbacher Zeltkerwe im Juni 1979 gehalten. Als damalige "Notgeburt" hat sie sich inzwischen prächtig entwickelt, wie die Besucherzahlen seither beweisen.

Veranstaltet wurde die erste Zeltkerwe von Mitgliedern des Männergesangvereins, der Freiwilligen Feuerwehr, den Landfrauen, des Stammtisches und der Straußjugend. Der erneute Erfolg bestärkte alle Helferinnen und Helfer in der Auffassung die Zeltkerwe weiterhin fortzusetzen. In Interesse einer besseren Vorausplanung wurde ein Festausschuß gebildet, dem damals angehörten:

Hans Neu, Rolf Schneider, Markus Stemler, Walter Schlößer, Dieter Börtzler, Bruni Neu, Inge Stemler, Helmut Hundt, Arno Börtzler, Helga Jung, Hans Göttel, Thomas Schneider, Hildegard Leyser, Hans Weis, Richard Michel u. Manfred Müller

Dieser Ausschuß war Vorläufer des jetzigen Vereinsringes.
   

 
 
Bilder von Markus Stemler, Gimsbach   -   Kerweumzug um 1980
    

Aus finanzrechtlichen Gründen wurde 1983 die Gemeinschaft aus dem Landfrauenverein, dem Männergesangverein und des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr auch formal als Vereinsring tituliert.

Rolf Schneider als 1. Vorsitzender vom Männergesangverein erklärte sich bereit diesen neugegründeten Vereinsring Gimsbach zu führen.

Die Zielsetzung des Vereinsringes war es die Dorfgemeinschaft zu festigen, größere Veranstaltungen zu organisieren und die Gimsbacher Traditionen zu pflegen und zu unterstützen.

Ohne zu übertreiben kann gesagt werden, der Vereinsring gab Anfang 1980 die entscheidenden Impulse, dass das ehemalige Schulhaus in Gimsbach in ein sehr ansprechendes Dorfgemeinschaftshaus umgebaut wurde.

Durch die vorbildliche Eigenleistung seiner Mitglieder und mit finanzieller Beteiligung in Höhe von über 80.000 DM wurde in dem Dorfgemeinschaftshaus eine neue Bleibe für die Vereine und auch für die Bürger geschaffen, die dort größere private Feiern veranstalten können.

Der Vereinsring erklärte sich auch bereit das Haus in Eigenregie zu betreiben und zu verwalten, für die laufenden Verbrauchsutensilien aufzukommen und der Gemeinde zusätzlich einen jährlichen Betrag von 1000 DM aus dem Gewinn durch den Getränkeverkauf abzuführen.

Mit dem Dorfgemeindschaftshaus war nun die Grundlage geschaffen, um die Gimsbacher Fasenacht 1986 aus der Taufe zu heben. Hier war es zum einen wieder Rolf Schneider, der als Fasenachtspräsident die Basis für den Erfolg darstellte und zum anderen Helga Jung, die die entscheidenden Impulse und Ideen für die Fasenacht einbringt.

Nicht vergessen darf man aber auch die zahlreichen anderen Aktiven aus Gimsbach, die in den vielen Jahren - mit einer Unterbrechung, wegen des Golfkrieges 1991 - die Fasenacht ohne jegliche fremde Gastakteure gestaltet haben.

Im Jahre 1995 schlüpften 40 Aktive in über 80 verschiedene Rollen. der älteste Aktive war übrigens Manfred Müller mit 63 Jahren, die jüngste Mitwirkende war Claudia Göttel mit 13 Jahren.

Sehr viele Karnevalsfreunde aus nah und fern besuchen immer wieder gern die Gimsbacher Fasenacht mit ihrem besonderen Flair im Dorfgemeinschaftshaus.
 
 

Bild aus der Festschrift zur 675 Jahrfeier des Dorfes Gimsbach  u. 250 Jahre Kirche
Gardemädchen bei der Fasenacht 1995
 

Weitere Schwerpunkte im Rahmen der Zielsetzung des Vereinsringes waren zum einen der Erwerb eines Sandsteines mit dem Gimsbacher Ortswappen, der von dem aktiven Sänger Herbert Berwanger künstlerisch gestaltet wurde. Dieses schöne Objekt ist an der Abzweigung Neunkirchener Straße / Potzbergweg zu bewundern.

Zum anderen wurde die elektrische Neuinstallation des Feuerwehrgerätehauses durchgeführt, ein neues Kerwezelt mit einer neuen Tanzbühne angeschafft, neue Gardekostüme und eine neue Beschallungsanlage für das Dorfgemeinschaftshaus gekauft.

Dies sind summa summarum nochmals fast 50.000 DM, die der Dorfgemeinschaft zugute kamen.

Die Mitgliedsvereine des Vereinsringes haben auf jegliche Auszahlung von den Gewinnen der Kerwe-und Fasenachtsveranstaltungen verzichtet, damit das Geld wieder für das Dorfgemeinschaftshaus bzw. für gemeinnützige Zwecke verwendet wird.

Ende 1995 wurde eine Vereinbarung verfasst mit dem Ziel, dass alle Gimsbacher Vereine und Gruppen in dem neu organisierten Vereinsring mitwirken können. Der Männergesangverein, der Landfrauenverein, die Feuerwehrlöschgruppe Gimsbach und die Staußjugend schlossen sich dem neuen Vereinsring an und am 1.März 1996 wurde Rolf Schneider als 1. Vorsitzender und Helga Jung als 2. Vorsitzende gewählt.

An dieser Stelle sei nochmals Rolf Schneider gedankt, der von 1976 - 1996 den Vereinsring durch alle Höhen und Tiefen führte.

Der neugewählte Vereinsringausschuss setzt sich im Verhältnis der Mitgliederzahlen der einzelnen Vereine und Gruppen zusammen.
Als 1. Vorsitzende wurde Frau Helga Jung gewählt, die dieses Amt bis heute noch begleitet.

Oberstes Ziel des Vereinsringes ist es nach wie vor, die Gimsbacher Traditionen zu pflegen und zu bewahren.

Deshalb war der Vereinsring auch sofort bereit die Kirchengemeinde Gimsbach redaktionell wie auch finanziell bei der Erstellung der Kirchen- und Ortschronik zu unterstützen, wie dies bereits bei der Spende für die Barockorgel in Gimsbach und auch für die neue Orgel auf dem Remigiusberg geschehen ist.
 

 
Quelle: Festschrift zur 675 Jahrfeier des Dorfes Gimsbach  u. 250 Jahre Kirche; Dieter Zenglein, Dittweiler
 

 

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